Keine Gewalt gegen Polizisten

Keine Gewalt gegen Polizisten

Das ist keine offizielle Webseite der Polizei!

Ich heiße Mildred Gernhardt und ich bin nicht Polizistin. Es geht mir nicht darum, Polizisten besser zu machen als sie sind. Aber eben auch nicht schlechter.

Polizisten sind Menschen! Auch Polizisten trifft es, wenn sie beleidigt werden. Auch Polizisten haben Schmerzen, wenn sie zusammengeschlagen werden. Auch Polizisten haben Todesängste, wenn sie mit brennbaren Flüssigkeiten übergossen werden, wie am 1. Mai 2009 in Berlin geschehen.

Dieses Blog möchte aufzeigen, wieviel öfter Polizisten Gewalt ausgesetzt sind als sie sie ausüben - wie ihnen immer wieder vorgeworfen wird.

Jeder ist als Kommentator willkommen, auch wenn jemand Kritik an der Polizei üben möchte. Niemand ist perfekt, der menschlich ist - also wird es das eine oder andere zu kritisieren geben. Das Ganze sollte aber bitte ohne Beleidigungen auskommen, insbesondere ohne die Erwähnung männlicher Rinder! ;o) Ich behalte mir vor, Beiträge, die Menschen verachtende Beleidigungen enthalten, zu löschen.

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Aufgrund der schieren Menge habe ich eine Art "Auslagerungsdatei" für Gewaltakte gegen Polizeibeamte gebildet. Dieses zweite Blog heißt "Galerie der Gewalt". Beide Blogs sind Teil des Gesamtprojekts "Keine Gewalt gegen Polizisten".

Skandal? Skandal!

Mildred GernhardtPosted by Mildred Gernhardt 26 Mar, 2011 08:55:11

Sexueller Missbrauch von Minderjährigen ist ein Skandal. Da brauchen wir gar nicht drüber zu reden. Da gibt es in meinen Augen auch nichts zu relativieren. Das ist maximal zum Kotzen und selbst wenn mein Mageninhalt komplett auf der Straße liegt, kann ich damit noch lange nicht aufhören, wenn ich an dieses Thema nur denke.

Mein Ekel ist aber noch steigerbar, nämlich dann, wenn die Täter solcher Widerlichkeiten Personen sind, die qua Beruf besonderes Vertrauen genießen – Geistliche, Pädagogen oder Polizisten.

Nun erregt derzeit ein Polizist die Gemüter, der sich an Jugendlichen vergangen hat. Er wurde zu zwei Jahren und neun Monaten Haft verurteilt. Damit dürfte er den Job los sein und das ist auch verdammt gut so.(Quelle)

Ein Haftantritt hat jedoch noch nicht stattgefunden. Ein formaler Fehler im Urteil, der noch vom Landgericht korrigiert werden muss.

Ja, das geht mir auch auf die Nerven. Je schneller er hinter Gitter verschwindet, desto lieber ist es mir. Vielleicht genügt sogar diese Minimalhaft, ihn von seinem Tun abzubringen. Die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt. Immerhin wird er gesichert damit aufhören, Polizist zu sein. Das ist ja auch schon was… Ich vermute auch schwer, dass er seine Ansprüche auf Ruhegehalt verliert. Damit bin ich auch sehr einverstanden. Seine Opfer haben weit mehr verloren als in Geld messbar wäre.

Irgendwie schwingt bei den Artikeln und Tweets dazu allerdings subtil mit, dass dieser Typ nur noch deshalb auf freiem Fuß unterwegs sei, weil er eben Polizist ist.

Da lachen ja nun wirklich die Hühner. Kürzlich mal Zeitung gelesen?

Ich habe noch nicht gezählt, wie viele Strafverfahren wegen formaler Fehler komplett eingestellt wurden, obwohl dem Täter die Straftat nachgewiesen werden konnte. Eine Zahl, die ich auch lieber gar nicht so genau kennen möchte. Ich schlafe nachts sehr gern.

Dagegen mutet es doch richtiggehend erfreulich an, dass hier offenbar das Gericht diesen Fehler ausbügeln kann und der Mann früher oder später dann doch einfährt…

Auch das Urteil an sich ist nicht nennenswert lax. Für sich betrachtet kommt es mir persönlich natürlich schon sehr lax vor. Aber im Gesamtvergleich ist das wirklich nichts Besonderes…

2007 wurde ein Mann in Mainz zu drei Jahren und neun Monaten Haft verurteilt wegen sexuellen Missbrauchs in 119 nachweisbaren Fällen. 500 waren ursprünglich angeklagt gewesen. Über seinen Beruf ist mir nichts bekannt.
Quelle:
http://www.carechild.de/news/aktuelle_news/sexueller_kindesmissbrauch_in_500_faellen_3_jahre_und_9_monate_haft_223_1.html

Im Januar 2010 wurde in Hamburg ein Arzt zu sieben Monaten auf Bewährung verurteilt, weil ihm zwei Fälle von sexuellem Missbrauch nachgewiesen werden konnten.
Quelle:
http://www.abendblatt.de/region/harburg/article1350249/Sexueller-Missbrauch-sieben-Monate-auf-Bewaehrung-fuer-Arzt.html

Im April 2010 wurde in Freiburg ein Sozialpädagoge (!) und Fußballtrainer zu zwei Jahren Haft, für fünf Jahre ausgesetzt zur Bewährung, verurteilt. Er hatte zwei Mädchen im Alter von neun und zehn Jahren missbraucht.
Quelle:
http://www.badische-zeitung.de/suedwest-1/bewaehrungsstrafe-fuer-trainer-wegen-sexuellen-missbrauchs--29882916.html

Meine Absicht ist nicht, die Tat dieses Polizisten zu relativieren. Wie schon einmal an anderer Stelle in diesem Blog gesagt, haben Polizeibeamte meiner Ansicht nach eine besondere Verantwortung, sich anständig aufzuführen. Die haben aber auch Lehrer und andere im Licht der Öffentlichkeit und in Verantwortung stehende Berufsgruppen.

Meine Absicht ist vielmehr, deutlich zu machen, dass dieser Artikel meiner Meinung nach die falschen Fragen aufwirft. Zum 100sten Mal werden hier die angeblichen Privilegien von Polizeibeamten angestarrt,
* denen angeblich sowieso nicht beizukommen ist (was ich bereits hier widerlegt habe),
* die angeblich Sonderurteile bekommen (was diese drei hier aufgezählten Urteile widerlegt haben dürften, falls nicht, empfehle ich einschlägige Recherchen)
* und deren täglich begangene "Verfehlungen" (im Regelfall von der Relevanz eines Darmwindes) sich aufgebauscht zu mittleren Todsünden auf Twitter wiederfinden. Im Regelfall beobachtet und berichtet von Leuten, die sich einfach mal die §§ 35 und 38 der StVO zu Gemüte führen sollten. Lesen gefährdet ja bekanntlich die Dummheit und diesen beiden Paragrafen kann der geneigte Leser entnehmen, dass Polizisten in 99% der Fälle dürfen, worüber er sich soeben noch künstlich erregt hat.

Zurück zum Thema: Sollte nicht vielmehr die Frage lauten, ob es einer Gesellschaft, die sich "zivilisiert" schimpfen möchte, würdig ist, ein so verabscheuungswürdiges Verbrechen so lächerlich zu bestrafen? Sozialprognosen hin oder her – für die Opfer gibt es keine Prognose, dieses Trauma je zu vergessen. Die Opfer können nur lernen, damit irgendwie einigermaßen zu leben.

Wollen wir in einer Gesellschaft leben, in der sich Opfer durch den Gerichtsprozess ein zweites Mal zum Opfer gemacht fühlen,
* wie es Kirsten Heisig in ihrem Buch "Das Ende der Geduld" beschrieben hat,
* oder wie es Fadi Saad in seinem Buch "Der große Bruder von Neukölln" geschildert hat? Er hatte sogar als Täter Mitleid mit dem Opfer, weil er regelmäßig mit einem warmen Händedruck davonkam!!!

Wir leben in einem Land, in dem manche Polizeibeamte den Opfern von Straftaten just in dem Moment nur noch sehr schwer in die Augen sehen können, in dem diese nach Erstatten ihrer Anzeige fragen, wie denn die Chancen stehen, dass der Täter auch verurteilt wird. Nicht zu glauben? Dann lesen Sie doch mal das Buch "Semper Fi" von Jochen Schuler.

Gerechtigkeitsempfinden ist eine subjektive Sache, das weiß ich. Allerdings dachte ich bis dato immer, das Recht auf Leben und körperliche wie seelische Unversehrtheit sei ganz objektiv das am höchsten anzusiedelnde Menschenrecht. Aber vielleicht habe ich da einfach etwas falsch verstanden, wenn davon die Rede war.

Ich weiß auch schon ganz genau, von wem ich jetzt wieder verbale Keulen übergezogen bekomme. Und welche. Mir wird mit Sicherheit wieder vorgeworfen werden, "die Rechte von Opfern gegen die von Tätern auszuspielen".

Nur zu! Wer keult, disqualifiziert sich sowieso selbst…