Keine Gewalt gegen Polizisten

Keine Gewalt gegen Polizisten

Das ist keine offizielle Webseite der Polizei!

Ich heiße Mildred Gernhardt und ich bin nicht Polizistin. Es geht mir nicht darum, Polizisten besser zu machen als sie sind. Aber eben auch nicht schlechter.

Polizisten sind Menschen! Auch Polizisten trifft es, wenn sie beleidigt werden. Auch Polizisten haben Schmerzen, wenn sie zusammengeschlagen werden. Auch Polizisten haben Todesängste, wenn sie mit brennbaren Flüssigkeiten übergossen werden, wie am 1. Mai 2009 in Berlin geschehen.

Dieses Blog möchte aufzeigen, wieviel öfter Polizisten Gewalt ausgesetzt sind als sie sie ausüben - wie ihnen immer wieder vorgeworfen wird.

Jeder ist als Kommentator willkommen, auch wenn jemand Kritik an der Polizei üben möchte. Niemand ist perfekt, der menschlich ist - also wird es das eine oder andere zu kritisieren geben. Das Ganze sollte aber bitte ohne Beleidigungen auskommen, insbesondere ohne die Erwähnung männlicher Rinder! ;o) Ich behalte mir vor, Beiträge, die Menschen verachtende Beleidigungen enthalten, zu löschen.

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Aufgrund der schieren Menge habe ich eine Art "Auslagerungsdatei" für Gewaltakte gegen Polizeibeamte gebildet. Dieses zweite Blog heißt "Galerie der Gewalt". Beide Blogs sind Teil des Gesamtprojekts "Keine Gewalt gegen Polizisten".

PKS

Mildred GernhardtPosted by Mildred Gernhardt 23 Mar, 2011 20:10:11

Eigentlich wollte ich über etwas ganz anderes bloggen. Aber da ich eben über eine, wie ich finde, interessante Pressemitteilung gestolpert bin, verschiebe ich das doch noch.

Stattdessen möchte ich meinen geneigten Lesern hier einen Auszug aus der Polizeilichen Kriminalstatistik (im folgenden PKS) des Polizeipräsidiums Trier präsentieren.

"Du und Deine Zahlen", sagte neulich jemand, den ich sehr schätze, zu mir… smiley

Ja, ich und meine Zahlen. Ich mag Zahlen. Zahlen können etwas Beruhigendes haben, sofern sie aussagekräftig sind. So eine PKS wirkt auf mich im Regelfall eher beunruhigend. Dabei sollen sie eigentlich einen Beruhigungseffekt haben. "Subjektives Sicherheitsgefühl" des Bürgers ist da das Schlagwort der Wahl.

Vermutlich werden einige Leute sehr überrascht sein, wenn ich jetzt sage, dass dieses sich bei mir so gar nicht einstellen will, wenn ich eine PKS lese.

Tja… nur weil man einmal eine Statistik für nicht komplett verdammenswürdig befunden hat, heißt das nicht, dass man total statistikgläubig ist. Wie überall heißt auch hier das Zauberwort "differenzieren".

Leider habe ich einige Hintergrundinformationen, die mir klar sagen, dass die PKS, vornehm ausgedrückt, in einigen Belangen für den Allerwertesten ist. Die Details kann man bei entsprechenden Veröffentlichungen der Polizeigewerkschaften nachlesen. Exemplarisch sei hier eine sehr vielsagende Pressemitteilung des BDK, Landesverband Sachsen-Anhalt, vom 15.02.2011 dazu verlinkt. Auch die Lektüre des sehr empfehlenswerten Buches "Semper Fi – Tagebuch eines Polizeibeamten" von Jochen Schuler zerstört den Glauben an diese spezielle Statistik. Kurz und platt gesagt sollte sich jeder Leser der sinkenden Fallzahlen darüber im Klaren sein, dass weniger Polizeibeamte auch weniger Täter erwischen und stellen können. Alles klar?

Aber ich will nicht nur stänkern.

Wie gesagt, die PKS des Polizeipräsidiums Trier möchte ich hier ausdrücklich loben. Weniger wegen der sinkenden Fallzahlen. Wie gesagt…

Aber da war zu lesen:

"Positive Entwicklung bei den Rohheitsdelikten setzt sich fort – Polizeibeamte zunehmend Opfer von Gewalt

Die positive Entwicklung der Vorjahre bei der Zahl der erfassten Rohheitsdelikte und Straftaten gegen die persönliche Freiheit – hierzu zählen zum Beispiel Raub, Körperverletzung und Freiheitsberaubung – hat sich im Jahr 2010 fortgesetzt. Sie ging im Vergleich zu 2009 erneut um 77 Fälle oder 1,5 % auf 5.001 zurück. Die Zahl der Körperverletzungsdelikte, die das Gros der Delikte ausmachen, ging um 84 auf 3.584 Fälle zurück. 91 % der Rohheitsdelikte wurden 2010 aufgeklärt (2009: 90,6 %).

Sorge indes bereitet die zunehmende Gewaltbereitschaft gegenüber Polizeibeamtinnen und –beamten und anderen Angehörigen staatlicher Institutionen, die sich ganz überwiegend in Widerstandshandlungen, Körperverletzungen und Beleidigungen äußert. Kam es im Jahr 2009 zu 161 Fällen, die dem Phänomen „Gewalt gegen Polizeibeamte“ zuzuordnen sind, waren es im vergangenen Jahr 176. Oftmals stehen diese Taten in unmittelbaren Zusammenhang mit verbalen oder tätlichen Auseinandersetzungen im öffentlichen Raum und in Wohngebäuden. 206 Polizeibeamtinnen und – beamte des Polizeipräsidiums Trier waren im vergangen Jahr von solchen Taten betroffen. 27 mussten ambulant, einer stationär medizinisch behandelt werden. (Hervorhebung von mir!)
88,9 % der ermittelten Tatverdächtigen sind männlich. Deutsche Staatsangehörige bilden mit 93,3 % das Gros der Tatverdächtigen.
Auffällig ist, dass bei rund 66 % dieser Delikte Alkohol eine entscheidende Rolle spielten. Zum Vergleich: Bei der Gesamtzahl der registrierten Straftaten lag diese Quote „nur“ bei 10,2 %."
(Quelle)

Also, da möchte ich erst einmal ein dickes Danke an das PP Trier aussprechen, dass das traurige Kapitel der steigenden Gewalt gegen Polizisten Thema einer Pressemitteilung zur PKS wurde. smiley

Schade, dass das nicht alle Polizeipräsidien so halten.

Aber neben meiner Anerkennung für diese offene Erwähnung dieses Themas stellt sich mir dann doch noch eine Frage: Warum genau muss man ein Schweinegeld für eine Untersuchung dazu ausgeben, wenn die Zahlen über Gewaltdelikte gegen Polizeibeamte ganz offensichtlich in jedem Polizeipräsidium vorliegen?