Keine Gewalt gegen Polizisten

Keine Gewalt gegen Polizisten

Das ist keine offizielle Webseite der Polizei!

Ich heiße Mildred Gernhardt und ich bin nicht Polizistin. Es geht mir nicht darum, Polizisten besser zu machen als sie sind. Aber eben auch nicht schlechter.

Polizisten sind Menschen! Auch Polizisten trifft es, wenn sie beleidigt werden. Auch Polizisten haben Schmerzen, wenn sie zusammengeschlagen werden. Auch Polizisten haben Todesängste, wenn sie mit brennbaren Flüssigkeiten übergossen werden, wie am 1. Mai 2009 in Berlin geschehen.

Dieses Blog möchte aufzeigen, wieviel öfter Polizisten Gewalt ausgesetzt sind als sie sie ausüben - wie ihnen immer wieder vorgeworfen wird.

Jeder ist als Kommentator willkommen, auch wenn jemand Kritik an der Polizei üben möchte. Niemand ist perfekt, der menschlich ist - also wird es das eine oder andere zu kritisieren geben. Das Ganze sollte aber bitte ohne Beleidigungen auskommen, insbesondere ohne die Erwähnung männlicher Rinder! ;o) Ich behalte mir vor, Beiträge, die Menschen verachtende Beleidigungen enthalten, zu löschen.

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Aufgrund der schieren Menge habe ich eine Art "Auslagerungsdatei" für Gewaltakte gegen Polizeibeamte gebildet. Dieses zweite Blog heißt "Galerie der Gewalt". Beide Blogs sind Teil des Gesamtprojekts "Keine Gewalt gegen Polizisten".

Unsägliche Twitter-Sprüche I: Japanische Wasserwerfer

Mildred GernhardtPosted by Mildred Gernhardt 19 Mar, 2011 09:58:07

Ok, ich gehöre auch zu den Menschen, die der Katastrophe in Japan mit dem einen oder anderen dummen Spruch begegnen. Anders kann ich das nicht bewältigen. Ich tue alles, was ich kann. Was genau, geht keinen was an. Es ist jedenfalls mehr als jene glauben, die sich erdreisten, die Tatsache zu verurteilen, dass mein Profilbild auf Facebook noch keinen Anti-AKW-Button trägt. Ich war schon lange vor der Katastrophe Kernkaftgegnerin, denn ich war zu Zeiten des Tschernobyl-Gaus mitten im Abitur.

Meiner Ansicht nach sollte jeder auf die Weise damit fertig werden, die für ihn die beste ist. Aber nach Möglichkeit, ohne über andere zu richten, die andere Wege haben. Aus meiner Sicht dürfen derzeit nur jene mit nacktem Finger auf angezogene Leute zeigen, die sich ein Flugticket nach Tokyo besorgt haben, um vor Ort in realiter mit anzupacken.

Meine absolute Hochachtung und meinen tiefen Respekt genießen derzeit jene Menschen, die in unmittelbarer Umgebung des Reaktors alles geben, um den SUPER-Gau noch abzuwenden. Das sind neben den Technikern weitere Einsatzkräfte. Die Presse bleibt da widersprüchlich. Laut NZZ sind es Feuerwehrleute, laut Handelsblatt handelt es sich um Wasserwerfer des Militärs und laut Tagesschau vom 16.03. um Polizei. Dass da Soldaten im Einsatz sind, dürfte zumindest in Hinblick auf die Militärhubschrauber gesichert sein.

Ich persönlich finde keinen Ausdruck dafür, der klarmacht, wie scheißegal mir der Beruf der Menschen ist, die z.B. gestern die Wasserwerfer auf 20 Meter an die Reaktoren herangefahren haben. Die riskieren nämlich ihr Leben, um Japan und möglicherweise, wenn auch das schlimmste Szenario Realität wird, uns allen Furchtbares zu ersparen. Das verdient allerhöchste Wertschätzung, egal, was ihr Beruf ist.

Die dämlichen Sprüche über Wasserwerfer auf Twitter sind unzählig. Zum Beispiel dieser hier:

"Ausgerechnet Wasserwerfer scheinen das Problem am AKW Fukushima zu lösen. Das ist Ironie auf höchstem weltpolitischen Niveau."

Das ist nur die Nettobotschaft, denn ich hatte keine Lust, ihn zu verlinken.

Wie schon gesagt, ich mache auch viele blöde Sprüche zu dem Thema. Aber I.R.L. Sprich: gegenüber Leuten, die mich seit Jahren kennen, die mein Gesicht dabei sehen und meinen Tonfall hören. Die folglich einordnen können, was ich wirklich meine.

Auf Twitter anonym in die Welt hinausgeschrien, kann ich solch einen Spruch nicht locker sehen. Wer hierzulange eine Konfrontation mit einem Wasserwerfer hatte, ist nicht unschuldig an derselben. Dazu muss man definitiv nicht nur den Boden des Versammlungsrechts schon recht lange verlassen haben, sondern auch diverse Aufforderungen zur freiwilligen Räumung überhört haben. Gerade in Hinblick auf Castor-Transporte hat diese Haltung bislang nichts weiter erbracht, außer einer Verhärtung der Fronten auf allen Seiten.

Diese freiwilligen Konfrontationen mit Wasserwerfern in einem Atemzug mit dem Kampf der japanischen Einsatzkräfte (zu denen möglicherweise auch Polizisten gehören, ja, auch wenn das einige Weltbilder hier erschüttert) auf eine Stufe zu stellen, kotzt mich an. Diese Menschen werden die nächsten Wochen mit allerhöchster Wahrscheinlichkeit nicht überleben. Die geben gerade ihr Leben für andere…

Nicht einmal vor diesem Szenario können so einige ihre Wahrnehmungsstörungen für sich behalten.

Armes Deutschland!