Keine Gewalt gegen Polizisten

Keine Gewalt gegen Polizisten

Das ist keine offizielle Webseite der Polizei!

Ich heiße Mildred Gernhardt und ich bin nicht Polizistin. Es geht mir nicht darum, Polizisten besser zu machen als sie sind. Aber eben auch nicht schlechter.

Polizisten sind Menschen! Auch Polizisten trifft es, wenn sie beleidigt werden. Auch Polizisten haben Schmerzen, wenn sie zusammengeschlagen werden. Auch Polizisten haben Todesängste, wenn sie mit brennbaren Flüssigkeiten übergossen werden, wie am 1. Mai 2009 in Berlin geschehen.

Dieses Blog möchte aufzeigen, wieviel öfter Polizisten Gewalt ausgesetzt sind als sie sie ausüben - wie ihnen immer wieder vorgeworfen wird.

Jeder ist als Kommentator willkommen, auch wenn jemand Kritik an der Polizei üben möchte. Niemand ist perfekt, der menschlich ist - also wird es das eine oder andere zu kritisieren geben. Das Ganze sollte aber bitte ohne Beleidigungen auskommen, insbesondere ohne die Erwähnung männlicher Rinder! ;o) Ich behalte mir vor, Beiträge, die Menschen verachtende Beleidigungen enthalten, zu löschen.

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Aufgrund der schieren Menge habe ich eine Art "Auslagerungsdatei" für Gewaltakte gegen Polizeibeamte gebildet. Dieses zweite Blog heißt "Galerie der Gewalt". Beide Blogs sind Teil des Gesamtprojekts "Keine Gewalt gegen Polizisten".

PKS

Mildred GernhardtPosted by Mildred Gernhardt 23 Mar, 2011 20:10:11

Eigentlich wollte ich über etwas ganz anderes bloggen. Aber da ich eben über eine, wie ich finde, interessante Pressemitteilung gestolpert bin, verschiebe ich das doch noch.

Stattdessen möchte ich meinen geneigten Lesern hier einen Auszug aus der Polizeilichen Kriminalstatistik (im folgenden PKS) des Polizeipräsidiums Trier präsentieren.

"Du und Deine Zahlen", sagte neulich jemand, den ich sehr schätze, zu mir… smiley

Ja, ich und meine Zahlen. Ich mag Zahlen. Zahlen können etwas Beruhigendes haben, sofern sie aussagekräftig sind. So eine PKS wirkt auf mich im Regelfall eher beunruhigend. Dabei sollen sie eigentlich einen Beruhigungseffekt haben. "Subjektives Sicherheitsgefühl" des Bürgers ist da das Schlagwort der Wahl.

Vermutlich werden einige Leute sehr überrascht sein, wenn ich jetzt sage, dass dieses sich bei mir so gar nicht einstellen will, wenn ich eine PKS lese.

Tja… nur weil man einmal eine Statistik für nicht komplett verdammenswürdig befunden hat, heißt das nicht, dass man total statistikgläubig ist. Wie überall heißt auch hier das Zauberwort "differenzieren".

Leider habe ich einige Hintergrundinformationen, die mir klar sagen, dass die PKS, vornehm ausgedrückt, in einigen Belangen für den Allerwertesten ist. Die Details kann man bei entsprechenden Veröffentlichungen der Polizeigewerkschaften nachlesen. Exemplarisch sei hier eine sehr vielsagende Pressemitteilung des BDK, Landesverband Sachsen-Anhalt, vom 15.02.2011 dazu verlinkt. Auch die Lektüre des sehr empfehlenswerten Buches "Semper Fi – Tagebuch eines Polizeibeamten" von Jochen Schuler zerstört den Glauben an diese spezielle Statistik. Kurz und platt gesagt sollte sich jeder Leser der sinkenden Fallzahlen darüber im Klaren sein, dass weniger Polizeibeamte auch weniger Täter erwischen und stellen können. Alles klar?

Aber ich will nicht nur stänkern.

Wie gesagt, die PKS des Polizeipräsidiums Trier möchte ich hier ausdrücklich loben. Weniger wegen der sinkenden Fallzahlen. Wie gesagt…

Aber da war zu lesen:

"Positive Entwicklung bei den Rohheitsdelikten setzt sich fort – Polizeibeamte zunehmend Opfer von Gewalt

Die positive Entwicklung der Vorjahre bei der Zahl der erfassten Rohheitsdelikte und Straftaten gegen die persönliche Freiheit – hierzu zählen zum Beispiel Raub, Körperverletzung und Freiheitsberaubung – hat sich im Jahr 2010 fortgesetzt. Sie ging im Vergleich zu 2009 erneut um 77 Fälle oder 1,5 % auf 5.001 zurück. Die Zahl der Körperverletzungsdelikte, die das Gros der Delikte ausmachen, ging um 84 auf 3.584 Fälle zurück. 91 % der Rohheitsdelikte wurden 2010 aufgeklärt (2009: 90,6 %).

Sorge indes bereitet die zunehmende Gewaltbereitschaft gegenüber Polizeibeamtinnen und –beamten und anderen Angehörigen staatlicher Institutionen, die sich ganz überwiegend in Widerstandshandlungen, Körperverletzungen und Beleidigungen äußert. Kam es im Jahr 2009 zu 161 Fällen, die dem Phänomen „Gewalt gegen Polizeibeamte“ zuzuordnen sind, waren es im vergangenen Jahr 176. Oftmals stehen diese Taten in unmittelbaren Zusammenhang mit verbalen oder tätlichen Auseinandersetzungen im öffentlichen Raum und in Wohngebäuden. 206 Polizeibeamtinnen und – beamte des Polizeipräsidiums Trier waren im vergangen Jahr von solchen Taten betroffen. 27 mussten ambulant, einer stationär medizinisch behandelt werden. (Hervorhebung von mir!)
88,9 % der ermittelten Tatverdächtigen sind männlich. Deutsche Staatsangehörige bilden mit 93,3 % das Gros der Tatverdächtigen.
Auffällig ist, dass bei rund 66 % dieser Delikte Alkohol eine entscheidende Rolle spielten. Zum Vergleich: Bei der Gesamtzahl der registrierten Straftaten lag diese Quote „nur“ bei 10,2 %."
(Quelle)

Also, da möchte ich erst einmal ein dickes Danke an das PP Trier aussprechen, dass das traurige Kapitel der steigenden Gewalt gegen Polizisten Thema einer Pressemitteilung zur PKS wurde. smiley

Schade, dass das nicht alle Polizeipräsidien so halten.

Aber neben meiner Anerkennung für diese offene Erwähnung dieses Themas stellt sich mir dann doch noch eine Frage: Warum genau muss man ein Schweinegeld für eine Untersuchung dazu ausgeben, wenn die Zahlen über Gewaltdelikte gegen Polizeibeamte ganz offensichtlich in jedem Polizeipräsidium vorliegen?

Lasst mich mit dem Scheiß in Ruh!!!

Mildred GernhardtPosted by Mildred Gernhardt 22 Mar, 2011 11:05:19

Ein Satz, der so manchem Polizeibeamten sicherlich ganz weit vorne auf der Zunge liegt, wenn er so die eine oder andere Auseinandersetzung schlichten muss.

Dieser hier hat es gesagt. Nun, nicht direkt, er hat es sehr vornehm gelöst. Aber die Nettobotschaft ist deutlich. Finde ich jedenfalls.

"22.03.2011 | 10:34 Uhr

POL-DA: Darmstadt: Ungewöhnlicher Stil
Polizeibeamter zahlt 60 Cent für Schwimmbadbesucherin nach

Darmstadt (ots) - Ungewöhnlichen Stil hat ein Polizeibeamter des 1. Polizeireviers am späten Montagabend (21.3.2011) bewiesen. Die Polizei war gegen 22.20 Uhr verständigt worden, weil eine Besucherin des Schwimmbades am Mercksplatz eine Nachforderung von sechzig Cent nicht begleichen mochte. Die drei Mitarbeiter und die säumige Schwimmbadbesucherin wollten alle gleichzeitig berichteten. Der Beamte kürzte die Sache ab und ließ sich nochmals den bereits von seiner Einsatzleitstelle mitgeteilten Sachverhalt bestätigen. Kurzerhand öffnete er daraufhin sein Portemonnaie, legte - da leider nicht passend - siebzig Cent auf den Tisch und ließ letztlich vier völlig verdutzte Beteiligte am Ort des Geschehens zurück." (Quelle)

Respekt! smiley

Rationalisierungsmaßnahmen

Mildred GernhardtPosted by Mildred Gernhardt 21 Mar, 2011 22:55:33

Nicht nur in Wirtschaft und Staatsdienst greifen Rationalisierungsmaßnahmen immer mehr um sich, um Zeit und Geld zu sparen, nein, auch bei der Presse ist das nicht anders.

Weil ich die Folgen von zu kurz gesprungenen Einsparungen am eigenen Leib kennen gelernt habe und immer noch lerne, kann ich Verständnis haben, wenn hier und da einmal ein bisschen etwas untergeht bei der Berichterstattung über die Polizei. Das habe ich im Rahmen dieses Blogs schon mehrfach signalisiert.

Wofür ich allerdings kein Verständnis habe (und auch in diesem Leben nicht mehr zu entwickeln gedenke), sind derartige Vereinfachungen im Zusammenhang mit Schusswaffengebräuchen. Wie ich schon mehrfach dargestellt habe (hier, hier, hier und hier), ist das eine Situation, in die kein Polizist, kein einziger, jemals kommen möchte. Im Gegenteil ist das ihr größter Alptraum – ganz egal, wie oft und wie gebetsmühlenartig irgendwelche Flachpfeifen Polizisten als schießwütige Idioten darstellen. Ideologie ist und bleibt eben nur ein mäßiger Ersatz für IQ.

Hintergrund meines aktuellen Blogbeitrags ist der folgende Fall, den ich auch nicht besser beschreiben könnte als die Berliner Polizei und Staatsanwaltschaft:

"Mit einem Schuss aus der Dienstwaffe wurde heute Mittag ein Mann in Neukölln verletzt, der zuvor Polizisten mit einem Messer und einem Molotowcocktail angegriffen hatte. Zwei Beamte des Verkehrsdienstes hatten an der Kreuzung Hermann- Ecke Thomasstraße eine Verkehrskontrolle eingerichtet, als sich gegen 11 Uhr 50 ein Unbeteiligter näherte. Mit einem großen Küchenmesser und einem bereits entzündeten Molotowcocktail bewaffnet, ging der Mann auf die Polizisten zu. Ein 31-jähriger Polizeikommissar zog seine Dienstwaffe und gab, nachdem der Mann weiter mit dem erhobenen Messer auf ihn zu ging, einen Schuss ab. Dabei traf er den 40-jährigen Angreifer am Bauch. Der angeforderte Rettungsdienst versorgte den Verletzten und brachte ihn anschließend zur stationären Behandlung in ein Krankenhaus. Lebensgefahr besteht nicht. Es bestehen Anhaltspunkte, dass der 40-Jährige psychisch krank ist. Die 6. Mordkommission des Landeskriminalamtes hat die weiteren Ermittlungen übernommen." (Quelle)

Diese Pressemitteilung wurde Sonntag erst um 18:10 Uhr online gestellt. Meine ersten Informationen dazu bezog ich bereits gegen Mittag aus diesem Artikel des Tagesspiegels. Lobend erwähnend möchte ich in diesem Zusammenhang die Überschrift "Polizei schießt auf Mann mit Messer". Immerhin kann man sich dann doch vorstellen, dass da möglicherweise eine Notwehrsituation vorgelegen haben könnte. So nenne ich das jetzt mal ganz laienhaft, ich habe nämlich gelernt, dass da selbst unter Polizeibeamten eine gewisse Uneinigkeit besteht. Einigkeit besteht hingegen dahingehend, dass die Schussabgabe gerechtfertigt war.

Man beachte aber, dass in diesem Artikel der Molli mal so eben locker wegrationalisiert wurde. Ist ja auch nicht weiter schlimm, so ein bereits brennender Brandsatz. Speziell bei einer Verkehrskontrolle, bei der man als Polizist ja auch bekanntlich seine schwer entflammbare Schutzkleidung trägt. Oder habt Ihr, liebe Leser, die Euch in einer Verkehrskontrolle begegnenden Polizisten schon mal anders gesehen als mit der Schutzausrüstung und Helm?

Ja, und so ein paar Brandwunden dritten Grades sollte ein ganzer Kerl doch locker wegstecken können, also ist das kaum weiter bemerkenswert.

Dringend erwähnenswert schien jedoch, dass kein Warnschuss abgegeben wurde. Das wäre mitten in Berlin-Neukölln auch eine supertolle Idee… in die Luft zu schießen macht sich in belebten Gegenden immer gut, weil mit 350 bis 450 m/sec abgefeuerte Geschosse ja auch so gar nicht schädlich wirken, wenn sie irgendwann mit Karacho wieder runterkommen. Die unterliegen nämlich erstaunlicherweise ebenfalls der Erdanziehung. Deswegen schießen Polizisten ja auch nur im Fernsehen in die Luft. Im richtigen Leben schießen sie in den Boden – allerdings nur, wenn er nicht asphaltiert ist, weil das Geschoss dann nämlich lustig abprallt und unkontrolliert irgendwo einschlägt. In Neukölln ist nicht asphaltierter Boden rar gesät und bei einer Verkehrskontrolle nehme ich doch mal an, dass sie auf einer Straße (!) stattfand. Also wenn man schon Polizisten ihren Job mehr oder minder unterschwellig erklärt, dann sollte man wenigstens die Gegebenheiten vor Ort in Betracht ziehen.

Noch schöner wäre natürlich, bei solchen Tipps auch die Rechtslage im Auge zu behalten. Da wäre einmal das Recht auf Notwehr, das jeder, restlos jeder Mensch in dieser Republik hat. Also auch Polizisten. Wie schon mehrfach im Rahmen dieses Blogs erwähnt, sind Szenarien, in denen ein Messerangreifer zum Aufgeben gequatscht werden kann, relativ rar und in etwa so realistisch wie die Szenen, in denen Captain Kirk größenwahnsinnige Computer so lange volllabert, bis ihnen die Relais durchbrennen. Im richtigen Leben ist man bei einer Messerattacke ab 10 Meter Entfernung des Angreifers in akuter Lebensgefahr. Da hat man schlicht keine Zeit mehr für einen Warnschuss.

Doch selbst wenn man eine andere Rechtsgrundlage anlegt, nämlich die, in der unmittelbarer Zwang gegen Menschen geregelt wird (die mal wieder in jedem Bundesland anders genannt wird), kommt man zum selben Ergebnis. Im Falle von lautstarker Umgebung (dürfte an einer Straße in Neukölln gegeben sein) reicht dann schon das Zeigen einer Pistolenmündung als Warnung. Insofern wäre hier ein Warnschuss zwar schön, aber auch zeitlich nicht machbar. Folglich hat, rein rechtlich, der Polizist offenbar alles richtig gemacht. Zumindest für mein laienhaftes Auge.

Nun, all dies kann man offenbar für einen spannenden Artikel wegrationalisieren. Warum sollte man die Situation des Polizeibeamten überbewerten? Hauptsache, der Schuss kommt klar und deutlich rüber. Die übelsten Rationalisierungsmaßnahmen gestatteten sich aber andere, die später den Gesamtsachverhalt in der Überschrift verkürzten auf "Polizei schoss Mann in den Bauch".

Was ist eigentlich so schwer daran, zu begreifen, dass es diesem Berliner Polizisten jetzt so richtig Scheiße geht?

Und warum muss man dann da ganz dringend noch einen draufsetzen, indem man in der Berichterstattung unfair wird? Ist das nötig? Kann man denn nicht wenigstens, wenn es um solch existenzielle Fragen geht, mal ein Bisschen Recherche betreiben oder von reißerischen Überschriften absehen? Aus menschlichen Gründen?

Auch gerne wegrationalisiert werden die disziplinarrechtlichen Folgen für Polizeibeamte, die schießen mussten. Klaro, schon das Wort "Disziplinarrecht" lässt einen nicht gerade in vor Spannung vibrieren. Aber ich denke, auch darüber sollten Menschen informiert werden, die Polizisten täglich be- und verurteilen.

Die Kripo des LKA leitet also, wie im Artikel des Tagesanzeigers angesprochen, ein Ermittlungsverfahren ein. In meinen Augen übrigens sehr vernünftig. Damit wird durch eine Behörde, bei der er nicht arbeitet, die Sachlage eindeutig geklärt, so dass der Polizist sich wenigstens bezüglich der Rechtmäßigkeit des Schusses keine Fragen mehr stellen muss. Darüber hinaus wird er sich eine Menge Fragen stellen, das kann ich meinen Lesern versichern.

Bei Einleitung eines Ermittlungsverfahrens gegen einen Beamten wird zusätzlich automatisch ein Disziplinarverfahren (oder auch ein disziplinarisches Vorverfahren) eröffnet. Nach der Eröffnung wird es so lange auf Eis gelegt bis das strafrechtliche Ermittlungsverfahren abgeschlossen ist. Für diesen Zeitraum, der unter Umständen verdammt lange dauern kann, hat der Beamte schon einmal den Nachteil, dass er währenddessen nicht befördert werden kann. Selbst wenn für heute, Montag, die Beförderung angestanden hätte, kann der Berliner Polizist sich diese jetzt vorläufig in die Haare schmieren. Nicht lebensbedrohlich, aber ärgerlich. Exakt so habe ich mir die Unschuldsvermutung immer vorgestellt.

Auch darüber sollte einmal geredet werden, denn es geht zwar "nur" um Geld, aber solch ein Verfahren am Hals zu haben, trägt schon unter normalen Umständen nicht gerade zum Wohlbefinden bei. Hat ja auch ein bisschen was mit Berufsehre zu tun.

Dieser Polizist hat also weiß Gott jetzt genug mit sich zu tun. Der braucht keine zusätzlichen Dämpfer durch Berichterstattung, die die Hälfte der Geschichte wegrationalisiert.

An dieser Stelle ein Danke an die, die in solchen Fragen nichts weglassen.

Abschließend noch an die Fraktion, die mir unweigerlich mangelndes Mitgefühl mit dem Mann, der die Kugel in den Bauch bekommen hat, vorwerfen wird: Ja, der tut mir auch leid. Sehr leid sogar! Aber dass er die Kugel abbekommen hat, hat sicherlich nicht der Polizist, der sein Leben und das seines Kollegen retten musste, verursacht. Sondern jene, die ihn mit seiner psychischen Krankheit allein im Regen haben stehen lassen. Jene, die entschieden haben, ihn völlig auf sich gestellt in einer Stadt wie Berlin leben zu lassen. Aber jene, die sich um solche Menschen kümmern könnten, wurden ja auch wegrationalisiert.

Satire?

Mildred GernhardtPosted by Mildred Gernhardt 19 Mar, 2011 22:54:01

Liegt es daran, dass ich gerade ziemlich satt von einem sehr guten Italiener komme, dass mich bei der Lektüre dieser Polizeipressemeldung so ein gewisses satirisches Gefühl anfällt? Irgendwie musste ich bei der Lektüre diebisch grinsen:

"19.03.2011 | 18:46 Uhr

POL-DO: Demonstration "Gegen Polizeigewalt und Repression"

Dortmund (ots) - Lfd. Nr.: 0365

In der Innenstadt von Dortmund, ausgehend vom Dortmunder Hauptbahnhof, fand heute Nachmittag, 19.03.2011, von 15:45 - 18:14 Uhr, eine Demonstration "Gegen Polizeigewalt und Repression" des linksgerichteten Spektrums statt, die aus polizeilicher Sicht friedlich und ohne nennenswerte Störungen verlief.

Die Auftaktkundgebung erfolgte um 15:45 Uhr an der Katharinentreppe, gegenüber dem Hauptbahnhof. Im Anschluss zog der Versammlungszug mit ca. 170 Teilnehmern über Katharinenstraße, Kampstraße, Friedhof, Brüderweg, Ostwall, Nebenfahrbahn Ostwall, Ruhrallee, Landgrafenstraße in die Wittelsbacherstraße. Vor dem Kreuzungsbereich zur Markgrafenstraße fand eine ca. 10-minütige Zwischenkundgebung statt.

Anschließend zogen die Versammlungsteilnehmer zurück über die Wittelsbacherstr., Landgrafenstraße, Ruhrallee, Südwall bis in die Hansastraße. In Höhe des Platzes der alten Synagoge endete die Versammlung nach einer Abschlusskundgebung um 18:14 Uhr.

Die Polizei regelte im Bereich des Aufzuges den Verkehr, es entstanden jedoch keine größeren Verkehrsbeeinträchtigungen."

Quelle

Hm, also, die deutsche Polizei sichert eine Demo gegen "Polizeigewalt und Repression" ab? Wenn das mal nicht extrem gewalttätig und repressiv ist.

Vermutlich zeigt sich darin der besonders perfide Charakter deutscher Polizeibeamte. In ordentlichen Polizeistaaten verschwindet man ruckzuck hinter Gittern, wenn man wagt, gegen die Polizei auf die Straße zu gehen. Wenn man Glück hat, wird man sogar sofort auf der Straße erschossen. Da wird einem wenigstens der Märtyrerstatus abgenommen.

Hier in Deutschland regeln diese bösen Polizisten auch noch den Verkehr, damit man beim Demonstrieren gegen Polizeigewalt auch gut über die Straße kommt und bloß nicht dabei gestört wird.

Fies ist das. Da muss man sich nicht wundern, wenn so dekadente Weiber, wie eine vom Italiener gemästete Mildred, einen einfach nicht ernstnehmen. Ganz schön gemein, die deutsche Polizei!

Unsägliche Twitter-Sprüche II oder "Ich bin reich"

Mildred GernhardtPosted by Mildred Gernhardt 19 Mar, 2011 10:59:00

Magnus Gäfgen ist für mich kein Thema. Eigentlich. Er hat, wie jeder andere auch, seine Rechte und die kann er gerne bei diversen Gerichten durchsetzen. Interessieren muss mich das nicht.

Aus meiner Sicht hat der Polizist alles richtig gemacht. Juristisch mag das nicht so sein und ich weiß auch auf der rationalen Ebene, dass es gut und richtig ist, dass man in Deutschland bei Vernehmungen keine Gewalt androhen darf.

(Wo wir gerade bei dem Thema sind: ich wäre Presse und Fernsehen ungeheuer dankbar, wenn sie endlich lernen könnten, dass es nicht "Verhör" heißt, sondern eben "Vernehmung". Ein Verhör impliziert Gewalt oder eben die Androhung von Gewalt und ist seit 1945 / 1990 in Deutschland aus sehr gutem Grund nicht gestattet. Diese ständige Falschbenennung trägt auch einiges zum schrägen Polizeibild in der Gesellschaft bei. Danke sehr!)

Was nichts daran ändert, dass ich den Vernehmungspolizisten mehr als gut verstehen kann und ihm auch dankbar bin, dass er alles versucht hat, den Jungen zu retten.

Eigentlich wollte ich Gäfgen im Rahmen dieses Projekts komplett ignorieren. Diesem Typen wollte ich kein Forum bieten und ich werde es hier auch so klein wie möglich halten. Wer nicht weiß, wer das ist, dem sei Google ans Herz gelegt.

Leider bin ich gestern über den Tweet eines gewissen "der Maschinist" gestolpert, der unbedingt meinte, die Welt an seiner Weisheit teilhaben lassen zu müssen und der damit das Thema auf die Tagesordnung gebracht hat.

"Was mich ankotzt: Für ein #Hartz-Kind hätte sich kein Polizist die Finger dreckig gemacht. Ekelhaft, wie der Typ." (Daran angehängt ein Link zu einem Spiegel-Artikel über Magnus G.) (Quelle)

Mich kotzt hier etwas ganz anderes an. Da ist ein 11-jähriger Junge auf furchtbare Weise gestorben und dieser Twitterer hat nichts anderes im Kopf als daraus Klassenkampf zu machen? Wie weich in der Birne kann man denn sein?

Ja, klar, unsere Polizei ist nur für die oberen Zehntausend da. Die ganzen Obdachlosen, die sie im Winter in hilflos betrunkenem Zustand von der Straße sammelt und in warme Unterkünfte bringt, sind eigentlich alles verkleidete Millionäre. Die von der Polizei beendeten Amokläufe haben bekanntlich alle an Eliteschulen stattgefunden.

Und ich bin Millionärin. Waaaahnsinn!

Bis gerade eben wusste ich ja selbst noch nichts davon. Aber mir hat die Polizei mal, wie hier beschrieben, das Leben gerettet. Zumindest ist es nicht unwahrscheinlich, dass mein Leben keinen Pfifferling mehr wert gewesen wäre, wenn die Polizei nicht auf den Plan getreten wäre. Da ich damals von 400 DM im Monat lebte, was deutlich unter dem heutigen Hartz IV- und auch dem damaligen Sozialhilfesatz lag, muss ich ja irgendwo die dicke Kohle liegen haben. Ich such dann mal…

Unsägliche Twitter-Sprüche I: Japanische Wasserwerfer

Mildred GernhardtPosted by Mildred Gernhardt 19 Mar, 2011 09:58:07

Ok, ich gehöre auch zu den Menschen, die der Katastrophe in Japan mit dem einen oder anderen dummen Spruch begegnen. Anders kann ich das nicht bewältigen. Ich tue alles, was ich kann. Was genau, geht keinen was an. Es ist jedenfalls mehr als jene glauben, die sich erdreisten, die Tatsache zu verurteilen, dass mein Profilbild auf Facebook noch keinen Anti-AKW-Button trägt. Ich war schon lange vor der Katastrophe Kernkaftgegnerin, denn ich war zu Zeiten des Tschernobyl-Gaus mitten im Abitur.

Meiner Ansicht nach sollte jeder auf die Weise damit fertig werden, die für ihn die beste ist. Aber nach Möglichkeit, ohne über andere zu richten, die andere Wege haben. Aus meiner Sicht dürfen derzeit nur jene mit nacktem Finger auf angezogene Leute zeigen, die sich ein Flugticket nach Tokyo besorgt haben, um vor Ort in realiter mit anzupacken.

Meine absolute Hochachtung und meinen tiefen Respekt genießen derzeit jene Menschen, die in unmittelbarer Umgebung des Reaktors alles geben, um den SUPER-Gau noch abzuwenden. Das sind neben den Technikern weitere Einsatzkräfte. Die Presse bleibt da widersprüchlich. Laut NZZ sind es Feuerwehrleute, laut Handelsblatt handelt es sich um Wasserwerfer des Militärs und laut Tagesschau vom 16.03. um Polizei. Dass da Soldaten im Einsatz sind, dürfte zumindest in Hinblick auf die Militärhubschrauber gesichert sein.

Ich persönlich finde keinen Ausdruck dafür, der klarmacht, wie scheißegal mir der Beruf der Menschen ist, die z.B. gestern die Wasserwerfer auf 20 Meter an die Reaktoren herangefahren haben. Die riskieren nämlich ihr Leben, um Japan und möglicherweise, wenn auch das schlimmste Szenario Realität wird, uns allen Furchtbares zu ersparen. Das verdient allerhöchste Wertschätzung, egal, was ihr Beruf ist.

Die dämlichen Sprüche über Wasserwerfer auf Twitter sind unzählig. Zum Beispiel dieser hier:

"Ausgerechnet Wasserwerfer scheinen das Problem am AKW Fukushima zu lösen. Das ist Ironie auf höchstem weltpolitischen Niveau."

Das ist nur die Nettobotschaft, denn ich hatte keine Lust, ihn zu verlinken.

Wie schon gesagt, ich mache auch viele blöde Sprüche zu dem Thema. Aber I.R.L. Sprich: gegenüber Leuten, die mich seit Jahren kennen, die mein Gesicht dabei sehen und meinen Tonfall hören. Die folglich einordnen können, was ich wirklich meine.

Auf Twitter anonym in die Welt hinausgeschrien, kann ich solch einen Spruch nicht locker sehen. Wer hierzulange eine Konfrontation mit einem Wasserwerfer hatte, ist nicht unschuldig an derselben. Dazu muss man definitiv nicht nur den Boden des Versammlungsrechts schon recht lange verlassen haben, sondern auch diverse Aufforderungen zur freiwilligen Räumung überhört haben. Gerade in Hinblick auf Castor-Transporte hat diese Haltung bislang nichts weiter erbracht, außer einer Verhärtung der Fronten auf allen Seiten.

Diese freiwilligen Konfrontationen mit Wasserwerfern in einem Atemzug mit dem Kampf der japanischen Einsatzkräfte (zu denen möglicherweise auch Polizisten gehören, ja, auch wenn das einige Weltbilder hier erschüttert) auf eine Stufe zu stellen, kotzt mich an. Diese Menschen werden die nächsten Wochen mit allerhöchster Wahrscheinlichkeit nicht überleben. Die geben gerade ihr Leben für andere…

Nicht einmal vor diesem Szenario können so einige ihre Wahrnehmungsstörungen für sich behalten.

Armes Deutschland!

die wahrheit

Mildred GernhardtPosted by Mildred Gernhardt 18 Mar, 2011 16:09:46

das hat sich dieses reaktionäre weib wohl so gedacht, einfach die kommentarfunktion abzustellen. dann hacke ich eben den blog.

also, das hier geht ja wohl gar nicht. faschismus pur ist das hier. totaler totalitarismus.

sie fragen mich, was ich unter faschismus verstehe? na, wissen sie, das ist eigentlich ganz einfach. die dimitroff-these (topaktuell und ganz zeitgemäß von 1935) erklärt das nämlich schon. das, was sie "bürgerliche demokratie" nennen hat nämlich die gleichen wurzeln wie der faschismus, ist also im grunde das selbe. verkürzt könnte man auch sagen, jeder, der sich weigert, meine meinung und die meiner ideologischen freunde_innen zu teilen, ist ein_e faschist_in.

da frau gernhardts und meine meinung über polizisten_innen weit auseinander gehen, ist sie eine faschistin. damit passt sie ja gut zu den polizisten_innen. alle vertreter_innen dieser bürgerlichen republik sind faschisten_innen. an dieser stelle ein fettes danke an dimitroff für diese herrliche denkschablone. ohne die wäre das leben echt kompliziert.

im unterschied zu "bürgerlichen demokraten_innen" sind echte demokraten_innen gegner_innen der ausbeuter_innen-klasse. ausbeuter_innen sind ebenfalls alle, die nicht meiner meinung sind, allerdings müssen sie auch noch mehr kohle haben.

echt eine tolle sache, diese denkanleitungen. auch nicht schlecht die dazugehörigen phrasendreschmaschinen… das erspart eine menge eigener denkarbeit.

deswegen lügt frau gernhardt auch, wenn sie behauptet, die kommentare meiner freunde_innen seien nicht gewaltfrei. gewalt üben nämlich immer die anderen aus. eben die faschisten_innen. besonders die doppelfaschisten_innen, nämlich die bullen_innen, die schon mal qua gesinnung und qua beruf faschisten_innen sind. wir als antifaschisten_innen üben keine gewalt aus. wir üben widerstand gegen diesen brutalen unrechtsstaat aus, den sie nicht einmal wahrnehmen, weil sie doof sind.

wenn sie glauben, gewalt ließe sich daran erkennen, dass beim gegner blut fließt, dann beweist das nur, wie doof sie sind.

mir fällt immer wieder auf, dass bürgerliche demokraten_innen doof sind. wären sie intelligent, würden sie alle ihren job kündigen und mit mir berufsrevolutionäre_innen werden. die frage, wer dann die staatsknete erarbeiten soll, von der einige von uns leben, ist mir zu bürgerlich. belästigen sie mich bloß nicht mit fakten.

weil sie aber als konsument_in dieses blogs mit hoher wahrscheinlichkeit bürgerlich-demokratisch, folglich doof, sind, erkläre ich ihnen das mal anhand ein paar von frau gernhardt ausgewählter meldungen über polizisten_innen, wie fehlgeleitet sie sind.

Rostock (MV), 23.02.2011

das sagen frau gernhardt bzw. die polizei:
Der 23-Jährige schlug zunächst auf die Verkäuferin ein und flüchtete dann zu Fuß. Die couragierte Mitarbeiterin blieb unverletzt und verfolgte den Ladendieb. Als Polizeibeamte den Mann kurze Zeit später stellen konnten, reagierte der offensichtlich stark alkoholisierte Mann erneut aggressiv. Einer Beamtin schlug der ertappte Ladendieb unvermittelt ins Gesicht. Dabei erlitt die Polizistin eine Jochbeinprellung. Gegen die vorläufige Festnahme durch drei weitere Beamte widersetzte sich der Mann heftig. Bei dem Gerangel wurden zwei der Polizisten verletzt.
Quelle:
http://www.polizei.mvnet.de/cms2/Polizei_prod/Polizei/de/oeff/Pressemitteilungen/aus_dem_Praesidium_Rostock/index.jsp?&pid=26153

die wahrheit:
ein 23-jähriger demokrat wurde in seinem kampf gegen die ausbeuter_innen-klasse durch eine kollaborateurin des chefausbeuters des supermarktes unterbrochen. um seine kollektivierung der güter ungestört fortsetzen zu können, leistete er legitimen widerstand gegen diese person. die kassiererin rannte feige zu den vasallen des kapitalistischen schweinestaates, gegen die unser mutiger protestler ebenfalls legitimen widerstand leistete. drei der streifenschweine haben bekommen, was sie alle verdienen.

Berlin, 08.03.2011

das sagen frau gernhardt bzw. die polizei:
Ein aggressiver Autofahrer ohne Führerschein zeigte sich bei einer Verkehrskontrolle gegenüber den Polizeibeamten extrem aggressiv. U.a. griff er nach einem in seiner Hose getragenem Messer.
Quelle:
http://www.berlin.de/polizei/presse-fahndung/archiv/334640/index.html

die wahrheit:
natürlich war das keine verkehrskontrolle. wer braucht denn sowas? haben sie schon mal einen raser oder sowas gesehen? nein, nein, das ist überwachung pur. auch hier ging es nur um repression eines andersdenkenden. ich meine, der hat nach seinem messer gegriffen. na und? vielleicht wollte er einfach ein brot schmieren und den beamten_innen geben? was ist denn daran aggressiv? die einzigen, die hier mal wieder aggressiv waren, waren die bullen_innen.

Berlin, 28.02.2011

das sagen frau gernhardt bzw. die polizei:

Polizeibeamte mit rechtsextremen Parolen beleidigt.
Quelle:
http://www.berlin.de/polizei/presse-fahndung/archiv/333421/index.html

die wahrheit:
das ist natürlich propaganda, auf die sie auf gar keinen fall hereinfallen dürfen. solche meldungen dienen dazu, die tatsache zu verschleiern, dass die polizei des kapitalistischen schweinestaates die faschisten_innen schützt, wo sie kann. dass die rechtsextremisten_innen die bullen_innen des "besatzungskonstruktes bundesrepublik" bis aufs blut hassen und ihnen vorwerfen, die bolschewisten_innen zu beschützen, darf sie bei der beurteilung dieser angelegenheit unter keinen umständen irritieren.

Bühl (BW), 09.03.2011

das sagen frau gernhardt bzw. die polizei:
Bei der Vollstreckung eines Haftbefehls wurden Polizisten angegriffen und einer davon verletzt.
Quelle:
http://www.ka-news.de/region/rastatt/Polizei-stiess-bei-Festnahme-auf-massive-Gegenwehr;art6216,578690

die wahrheit:
freiheit für unschuldige. der grund für den haftbefehl ist egal. jeder mensch, der stress mit den bullen_innen hat ist ein_e freiheitskämpfer_in. also ist es dann auch richtig, polizisten_innen zu prügeln, wo man sie kriegen kann.

Frankfurt / Main (Hessen), 10.03.2011

das sagen frau gernhardt bzw. die polizei:
Der Privatwagen eines Polizisten, der damit zu seinem Revier gefahren war, wurde beschädigt. Es handelt sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um einen Fall von sinnlosem Polizistenhass.
Quelle:
http://www.frankfurt-direkt.de/2011/03/11/innenstadt-pkw-eines-polizeibeamten-beschadigt/

die wahrheit:

ein grandioser und unerschrockener akt des widerstandes. weiter so!

Münster (NRW), 12.03.2011

das sagen frau gernhardt bzw. die polizei:

"Drei Demonstranten griffen die eingesetzten Beamten während der Polizeiaktion an, in einem Fall mussten die Einsatzkräfte Pfefferspray einsetzen."
Quelle:
http://www.presseportal.de/polizeipresse/pm/11187/2006718/polizei_muenster

die wahrheit:
polizeigewalt!

aber nicht nur in der verdrehung der tatsachen sind frau gernhardt und die faschobullen_innen ganz groß. auch widerliche propaganda können die super.

geschmacklose propaganda wäre da diese meldung über das wiederauftauchen eines vermissten jungen. sowas ist den bullenschweinen doch scheißegal. damit füllen die nur ihre leerlaufzeiten zwischen den einsätzen, bei denen sie mal wieder mutige widerständler_innen zu brei schlagen können.
http://www.presseportal.de/polizeipresse/pm/11559/2006702/polizei_aachen

so, jetzt muss ich mal ein wenig der frage nachgehen, ob ausbeuter_innen, faschisten_innen und polizisten_innen eigentlich verdienen, dass ich diese politisch total korrekte form der geschlechterneutralität wähle. ich meine, ist jetzt wichtiger, dass das alles miese faschoschweine sind oder ist es wichtiger, auch die tansgender unter den faschoschweinen mit anzusprechen?

was wiegt denn jetzt stärker? jetzt bin ich erstmal voll verwirrt. da fehlt mir gerade eine denkschablone. die muss ich mal schnell in meiner staubigen mottenkiste suchen. bis später dann mal…

Cop-Art

Mildred GernhardtPosted by Mildred Gernhardt 15 Mar, 2011 23:20:11

Kunst und Polizei kommen eher selten zusammen. Im Rahmen des Projekts "Cop-Art - Polizei mit anderen Augen" tun sie es.

Künstlerinnen und Künstler haben sich auf unterschiedliche Arten auf Basis der gleichen Grundfigur mit dem Thema Polizei auseinander gesetzt. Auch Polizeiseelsorge spielt mit in ihre Arbeiten hinein und die Stiftung Polizeiseelsorge war es auch, die dieses Projekts Leben gerufen hat. Die Künstler haben ihre "Polizisten" der Stiftung gespendet.

Es soll u.a. die Ambivalenz deutlich machen zwischen dem uniformierten Staatsvertreter und dem Menschen, der in der Uniform steckt. Spätestens an diesem Punkt sollte jedem klar werden, was mich an "Cop-Art" reizt.

So traf es sich günstig, dass heute im Polizeipräsidium Köln mit einer Vernissage die "Cop-Art" an ihren siebten Ausstellungsort ging. Ebenfalls günstig, dass ich mich durchaus in erreichbarer Nähe aufhielt und natürlich hinging. Ab hier höre ich auf zu sabbeln und lass die Bilder sprechen.



Bisher habe ich mich ja absichtlich mit meiner Interpretation bzw. der des jeweiligen Künstlers zurückgehalten, auch wenn es mir schwer fällt, weil ich in manchen Werken wirklich viele Dinge, die ich im Rahmen von "Keine Gewalt gegen Polizisten" erfahren, wiedererkennen konnte.

Aber hier muss ich einfach etwas dazu schreiben: diese Figur ist in der Mitte durchgeschnitten, damit man einen Blick in das wunderschöne Innere eines Polizisten werfen kann.


Und warum mir der hier besondes gefällt, das muss ich wohl nicht dazu sagen. Diese Figur ist sozusagen die Bild gewordene Botschaft von "Keine Gewalt gegen Polizisten".


Ich kann die Ausstellung jedem nur empfehlen… Sie wird bis zum 14. April im Polizeipräsidium Köln bleiben. Die Adresse findet Ihr hier.

Ich werde auf jeden Fall noch einmal hingehen, und das nicht nur, weil ich mit den Ergebnissen meiner ersten Fotomission noch nicht so recht zufrieden bin, sondern weil es wirklich beeindruckende Kunstwerke sind.

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